Zonser Hörspieltage: Sarah Spale erhält den Zonser Darstellerpreis

Zonser Hörspieltage: Sarah Spale erhält den Zonser Darstellerpreis

27 Apr 2026

Rhein-Kreis Neuss/Dormagen-Zons - Höhepunkt der Hörspieltage des Internationalen Mundartarchivs „Ludwig Soumagne“ des Rhein-Kreises Neuss war die feierliche Verleihung des Zonser Hörspielpreises. Die Auszeichnung ist mit 2 500 Euro dotiert und wird von der Stiftung Kulturpflege und Kulturförderung der Sparkasse Neuss vergeben. Prämiert werden Hörspiele, die Mundart und regionale Sprache in besonders gelungener Weise einsetzen.

In der Nordhalle des Kreiskulturzentrums Zons würdigten Landrätin Katharina Reinhold und Dirk Klasen als Vertreter der Stiftung das von einer Expertenjury ausgewählte beste regionale Hörspiel aus dem deutschsprachigen Raum. Die Auszeichnung 2026 geht an Helga Bürster für ihren Text für das Hörspiel „Töven“, eine Gemeinschaftsproduktion von Radio Bremen und dem NDR. Den zweiten Platz erreichte das SRF 1-Hörspiel „Wohnopoly“ von Sunil Mann und Karin Berri. Den dritten Platz belegt das Hörspiel „Der Afrik“, produziert von SWR 4 nach einem Roman von Sven Recker unter der Regie von Nicole Paulsen.

Katharina Reinhold hob die besondere Bedeutung der Zonser Hörspieltage als Ort der Begegnung zwischen Künstlerinnen und Künstlern, Rundfunkanstalten und Fachkreisen hervor. Die Veranstaltung stelle mit hervorragenden Beiträgen einmal mehr unter Beweis, dass sie eine wichtige Rolle in der Welt des Hörspiels spiele: als Treffpunkt internationaler Fachleute sowie als Schauplatz für lebendigen Austausch und anregende Diskussionen. Das Hörspiel bezeichnete die Landrätin als „Medium, das in hervorragender Weise die Fantasie anregt, Sprache erfahrbar macht und akustische Räume eröffnet“. Sie sagte: „Insbesondere das mundartliche Hörspiel bewahrt sprachliche Eigenheiten und vermittelt damit kulturelle Identität, schafft Verbundenheit und macht hörbar, wo wir herkommen und was uns prägt.“ Sie dankte den Jury-Mitgliedern für ihr Engagement bei den Zonser Hörspieltagen.

Den mit 2 000 Euro dotierten „Zonser Darstellerpreis“ als beste Hörspielsprecherin erhielt die Schweizer Schauspielerin Sarah Spale. Sie überzeugte aufgrund ihrer hervorragenden darstellerischen Leistung in ihrer Rolle als Martha Schwartz im Hörspiel „1938 – Die Grenzgeherin Martha Schwartz“ (Text: Raju Schwarz und Ursula Werdenberg), einer Produktion des Schweizer Rundfunks. Regisseurin Päivi Stalder (SRF 1) hob in ihrer Laudatio die große Vielschichtigkeit des Hörspiels hervor. Eine kurze Collage mit Szenen aus dem prämierten Werk veranschaulichte die stimmliche Gestaltungskraft der Preisträgerin. Für die Auszeichnung bedankte sich Sarah Spale mit einer eindringlichen Darbietung der Kurzgeschichte „Ein Tisch ist ein Tisch“ von Peter Bichsel.

Der Darstellerpreis wird aus Mitteln der Sparkassenstiftung sowie aus Beiträgen der beteiligten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und Mitteln des Internationalen Mundartarchivs „Ludwig Soumagne“ des Rhein-Kreises Neuss bereitgestellt. In ihrer Moderation wies Dr. Christina Gallo, Leiterin des Internationalen Mundartarchivs, auf die Aktualität der Kunstform Hörspiel hin und sagte: „Podcasts, neue digitale Formate und experimentelle Erzählweisen belegen, dass das Bedürfnis nach hörbaren Geschichten größer ist als je zuvor.“

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung in der Nordhalle des Kreiskulturzentrums Zons vom Streichquartett Blue Velvet. Die Musikerinnen und Musiker begeisterten das Publikum mit mitreißenden Klängen und machten eindrucksvoll die enge Verbindung von Akustik und Atmosphäre, wie sie auch im Hörspiel erfahrbar ist, erlebbar.

Quelle-Foto: Rhein-Kreis Neuss/W. Walter, (v.l.): Landrätin Katharina Reinhold, Dirk Klasen (Sparkasse Neuss), Helga Bürster, Sarah Spale und Dr. Christina Gallo, Leiterin des Internationalen Mundartarchivs „Ludwig Soumagne“.

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