Grevenbroich wächst weiter: Bürgermeister einigen sich auf Eingemeindung von Rommerskirchen

Grevenbroich wächst weiter: Bürgermeister einigen sich auf Eingemeindung von Rommerskirchen

02 Apr 2025

Grevenbroich/Rommerskirchen - In einem intensiven Abstimmungsprozess haben sich die Bürgermeister der Stadt Grevenbroich und der Gemeinde Rommerskirchen, Klaus Krützen und Dr. Martin Mertens, auf die vollständige Eingemeindung Rommerskirchens in die Stadt Grevenbroich verständigt. Die Maßnahme, die zum 1. April 2025 wirksam werden soll, wurde nach sorgfältiger interkommunaler Konsultation auch vom Landrat des Rhein-Kreises Neuss, Hans-Jürgen Petrauschke, genehmigt – auch wenn dieser das in der Öffentlichkeit voraussichtlich dementieren wird. Damit wächst die Einwohnerzahl Grevenbroichs auf rund 82.700 – und auch das Stadtgebiet erfährt eine flächenmäßige Vergrößerung um 60 Quadratkilometer.

Die Maßnahme wird als logischer Schritt im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit verstanden. „Zu überlegen, bei welchen Einzelprojekten wir zusammenarbeiten könnten, war uns auf Dauer zu mühsam. Deshalb haben wir gleich das große Ganze betrachtet“, so Bürgermeister Krützen. „Wo früher Braunkohle das Revier verbunden hat, muss heute Verwaltung gemeinsam denken. Rommerskirchen war schon immer dicht dran – jetzt ist es endlich mittendrin.“ Auch Dr. Martin Mertens, Noch-Bürgermeister von Rommerskirchen, äußert sich positiv: „Es war einfach an der Zeit. Wir Rommerskirchener freuen uns darauf, endlich Teil einer echten Stadt zu sein – mit Anschluss an das urbane Leben, richtigen Kreisverkehren und der Möglichkeit, sich über alles und jeden kollektiv aufzuregen. Und auf die tolle Gastronomie im Alten Schloss freue ich mich als Neu-Grevenbroicher besonders!“

Rommerskirchen wird künftig als 33. Ortsteil Grevenbroichs geführt. Der traditionsreiche Historische Markt in Eckum soll als erster „Kulturleuchtturm der Stadtregion Süd“ in das Stadtmarketing aufgenommen werden – inklusive eines mobilen Erntewagens auf dem Marktplatz in der Innenstadt von Grevenbroich. Die Eingemeindung bringt zudem zahlreiche Veränderungen mit sich: So wird das Feldbahnmuseum in Oekoven künftig eine direkte Verbindung zwischen Grevenbroich und Rommerskirchen bedienen – wer schneller zwischen den beiden Orten unterwegs sein möchte, sollte aber das Fahrrad nehmen oder einfach zu Fuß gehen. „Anders als die Grevenbroicher Ortsteile Wevelinghoven oder Hülchrath hat Rommerskirchen ja verständlicherweise nie die Stadtrechte verliehen bekommen. Deshalb wird es auf den neuen Ortseingangsschildern auch keinen Zusatz ‚Stadt‘ geben“, erläutert Bürgermeister Klaus Krützen, der beim Kommunalministerium bereits den Titel Oberbürgermeister beantragt hat – inklusive neuer Kette aus Gold.

Die Dienststellen der Verwaltungen von Grevenbroich und Rommerskirchen sollen in einem neuen Rathauskomplex zusammengefasst werden, der auf der Vollrather Höhe entstehen wird – die Verwaltung arbeitet dann auch tatsächlich über die Köpfe der Menschen hinweg. Geplant ist eine Übergangsphase, in der das historische Rathaus in Rommerskirchen als „Verwaltungscampus Süd“ weitergeführt wird – vor allem für die Bearbeitung besonders kniffliger Bürgeranliegen wie Gartenlaubengenehmigungen, Hundesteuerfragen oder Anträge auf bedingungslosen WLAN-Zugang.

Langfristig sehen die Bürgermeister in der Eingemeindung einen ersten Schritt für künftige Zusammenführungen. Gespräche mit Dormagen und Bedburg haben bereits stattgefunden. „Die Idee, Kaarst einfach zu überspringen, ist charmant und wird geprüft“, heißt es aus dem eigens eingerichteten Amt für interkommunale Expansion unter Leitung von Dr. Martin Mertens. Dort wird bereits an einem möglichen Namen für das neue Gebilde gearbeitet: „Groß-Grevenbroich“ sei eine Option, aber auch „Neu-Grevenbroich-Südwest-Mitte“ oder schlicht „Metropolregion Erft“. Traditionalisten plädieren dagegen für „Bundeshauptstadt der Energie“.

Quelle-Foto: Stadt Grevenbroich, (v.l.): Bürgermeister Klaus Krützen und Dr. Martin Mertens

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